Redebeiträge Fridays-for-Future 07.06.

Beim internationalen Streiktag unserer Bewegung kam es am 24.05. erneut zu Provokationen durch die AfD-Politiker Jan-Wenzel Schmidt und Hans-Thomas Tillschneider. Wie auch schon im Februar versuchten sie eine Eskalation auszulösen, die sie medial aufpushen können. Das Ziel sollte klar sein: Die Spaltung unserer Bewegung.
Als die Anzugträger versuchten zu der Demonstration zu gelangen, wurden sie lautstark mit „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!“ begrüßt. Engagierte AntifaschistInnen stellten sich den Rassisten in den Weg und schirmten sie von der Demonstration ab. Die AfD machte daraus einen „tätlichen Angriff auf den Politiker Tillschneider“ und versuchten abermals das öffentliche Bild unserer Bewegung in den Dreck zu ziehen. Und das während es in Magdeburg immer wieder zu Übergriffen auf Migranten und Migrantinnen kommt. Der Brandanschlag auf eine Wohnung und das Auto einer syrischen Familie, permanente Angriffe auf Geflüchtete am Hasselbachplatz oder letztens sogar eine Hetzjagd durch die Magdeburger Innenstadt sind die logische Konsequenz aus dem Erstarken einer Partei, die auf Ausgrenzung und Diskriminierungen basiert. Die Zahl rechtsradikaler Gewaltdelikte steigt proportional mit den Wahlerfolgen der AfD: Jeden Tag kommt es in Deutschland zu 4 gewalttätigen Angriffen auf Geflüchtete oder ihren Wohnraum. Doch anstatt diese Menschen zu schützen, entwirft die Große Koalition neue Möglichkeiten, um rücksichtsloser abschieben zu können. Ankerzentren, Aussetzung des Familiennachzugs, Verbot der Arbeitssuche bis hin zur aktiven Tötung durch die Verweigerung von Hilfe im Mittelmeer, um nur einige menschenfeindliche Methoden zu nennen. Seit 2015 vollziehen konservative und sozialdemokratische Parteien in ganz Europa einen Rechtsruck, mit der Begründung damit das Erstarken rechtsradikaler Parteien einzudämmen. Die Polizeigesetze, die Internetzensur, die Abschiebepolitik oder die angekündigte Beschränkung der Meinungsfreiheit spielen jedoch rechten Parteien in die Karten, während sie die demokratischen Fortschritte, welche von der Gesellschaft erkämpft wurden, immer weiter einschränken.
Wie können wir als Bewegung darauf reagieren? Rassismus und Menschenfeindlichkeit sollten bei uns keinen Raum finden. Wir sind grenzenlos solidarisch mit allen Menschen, die durch klimatische Veränderungen, politischer oder wirtschaftlicher Unterdrückung oder durch Kriege aus ihrer Heimat vertrieben werden. Wir müssen begreifen, dass erst unsere Politik diese Fluchtursachen schafft: Mit der profitorientierten Produktion tragen wir eine Klimaschuld gegenüber dem globalen Süden. Deutsche Unternehmen verdienen Milliarden an Kriegen, wie im Jemen oder in Kurdistan. Gerade im Osten Deutschlands steigt die AfD zur neuen Volkspartei auf und ihre Schlägertrupps kontrollieren mehr und mehr die Straßen. Die rechte Revolution ist im vollen Gange! Während Pläne des Uniter- oder des Hannibalnetzwerks offengelegt werden, in denen von der Entführung und Ermordung von PolitikerInnen fantasiert wird, führen einige Untergrundgruppen diese schon aus: Der flüchtlingssolidarische Regierungspräsident Walther Lübcke aus Kassel wurde durch einen Kopfschuss hingerichtet, nachdem er zahlreiche Drohmails aus rechten Kreisen erhielt. Reichsbürger häufen Waffendepots an, überall gründen sich rechte Kampfsportvereine, während rechte Ideologien in der Polizei oder Bundeswehr immer deutlicher werden. Gleichzeitig spekuliert die CDU offen über eine Koalition mit eben jener Partei, die Verbindungen zu diesen Netzwerken und Vereinen pflegt.
Die Parole „keine Gewalt“ ist in diesem Kontext fast schon widersprüchlich, weil die Opfer der Gewalt so nicht geschützt werden können. Es reicht nicht aus ein friedliches Miteinander zu fordern, in dem politische Differenzen in Debatten geklärt werden können. Wir sollten nicht den Dialog mit den Unterdrückern, sondern mit den Unterdrückten suchen! Wir positionieren uns klar antirassistisch und antifaschistisch, wenn wir zusammen mit Migranten und Migrantinnen demonstrieren. Doch müssen wir diese Solidarität auch in unserem Alltag praktisch werden lassen: Wir müssen eingreifen, wenn wir mitbekommen, dass Menschen aufgrund der Farbe ihrer Haut diskriminiert oder angegriffen werden. Wir müssen rechten Tendenzen in unserer Umgebung, sei es in der Schule, Uni, Betrieb oder Familie, offensiv entgegen treten.
Denn Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen gegen die Menschheit – Unsere Antwort: Hoch die internationale Solidarität!
Jugend in die Offensive!
„Liebe Mitstreikende, Ich bin Schülerin des Lessing-Gymnasium an dem uns, mir und 12 anderen, mit „nicht Versetzung“ gedroht wird, wenn wir nicht bis zu den Sommerferien jeden Freitag zur Schule gehen. Das wird damit begründet, dass das Streiken von unserer Schulleitung als Schwänzen angesehen wird und sie der Meinung sind, dass sie uns nicht versetzen dürfen, wenn wir aufgrund vom Schwänzen nicht genügend Stunden gesammelt haben.“ – Dieses Statement kommt von einer Schülerin aus Berlin, die sich an den Protesten der Fridays For Future- Bewegung beteiligt. Dieser Repression, also der Unterdrückung von Kritik, Widerstand oder generell politischen Bewegungen, sind wir auch in Magdeburg ausgesetzt. Im Zuge unserer Mobilisierungen kamen wir mit zahlreichen Schülern und Schülerinnen in Kontakt, die aufgrund solcher Maßnahmen nicht an unseren Protesten teilnehmen konnten. Beispielhaft dafür waren die Ankündigungen von Bußgeldverfahren, das Erstellen eines gesamten, unentschuldigten Fehltags oder die Benotung des Fehlens mit einer 6, bzw. Mit 0 Punkten.
In Deutschland gibt es kein Streikrecht für SchülerInnen, weshalb solche Maßnahmen mit dem bildungspolitischen Auftrag der Schulen gerechtfertigt wird. Doch diese Maßnahmen dienen lediglich der Spaltung der SchülerInnenschaft, um unsere Proteste schnellstmöglich zu verkleinern und in der Bedeutungslosigkeit verschwinden zu lassen. Entgegen der Auslegung der Schulleitungen sehen wir unsere Versammlungen als bildungspolitische Veranstaltungen an, woran sich jeder Schüler und jede Schülerin beteiligen sollte, ohne Angst vor Repressalien zu haben. Dafür ist es unabdingbar unsere Organisierung auf die einzelnen Schulen zu verlagern, entsprechend dem Graswurzel-Prinzip. Wir wollen zu einer Basisbewegung werden:
Das bedeutet, dass wir in unser direkten Umgebung, ob in der Schule, in unserer Freizeit oder Zuhause, anfangen müssen uns zu vernetzen und uns gegenseitig zu stärken.
In der Schule:
Aufgrund der Repression, der wir abhängig von unserer Schule mal mehr, mal weniger ausgesetzt sind, müssen wir eine Ebene der Vernetzung schaffen, um unsere Interessen vor den LehrerInnenschaft und der Schulleitung zu verteidigen. Dafür müssen wir WhatsApp- Gruppen gründen und miteinander ins Gespräch kommen, was sich auch auf die uns unterstützenden LehrerInnen bezieht. Denn nur zusammen können wir gegen LehrerInnen vorgehen, die protestierende SchülerInnen unterdrücken und gegen Schulleitungen, die unsere Proteste beseitigt sehen wollen. Doch nicht nur gegen diese Repression wollen wir uns vernetzen, sondern auch um an unseren Schulen eigene klimapolitische Ziele aufzustellen: Sei es in Bezug auf das Essen in der Mensa, die Gestaltung des Schulhofs oder die Gestaltung des Unterrichts. Es gilt eine solidarische Schulgemeinschaft aufzubauen, die sich gegenseitig schützt und gemeinsame Standpunkte ausarbeiten kann.
In unserer Freizeit:
Anstatt den halben Tag isoliert vor irgendeinem Bildschirm zu verbringen, sollten wir unsere Freizeit miteinander gestalten. Dabei könnte auch der politische Austausch untereinander mehr in den Fokus rücken. Bildung ist nicht etwas, was wir nur von einer Autorität an der Tafel erfahren, sondern vor allem im Austausch untereinander.
Zuhause:
Auch unsere Eltern und Geschwister sind wichtige Personen, auf deren Unterstützung wir bauen sollten. Unterhaltet euch beispielsweise am Essenstisch über unsere Bewegung und warum ihr ein Teil davon seid. Erweckt in euren Familien das Verständnis, dass wir nicht ruhen werden, bis konsequente klimapolitische Maßnahmen eingeleitet werden, weil es unsere Zukunft ist, die auf dem Spiel steht. Zusammen mit ihnen können wir den Druck auf die Schulleitungen verstärken, um eine repressionsfreie Beteiligung an unseren Aktionen zu ermöglichen.
Was wir uns wünschen, ist eine Bewegung, die sich erhält, weil sich jede*r Einzelne als wichtiger Teil dieser versteht. Eine Bewegung die wächst, weil jede*r von uns immer weitere Kreise zieht. Eine Bewegung, die solidarisch ist mit all jenen, die von Repressionen betroffen sind.
Die nächste Demonstration findet am Freitag den 28.06. ab 10:30Uhr auf dem Domplatz statt – Erscheint zahlreich!
Als auch bei der antikapitalistischen Diskussionsveranstaltung mit ChangeForFuture von 16-18Uhr im BUND!

1.MAI AUFRUF

Der 1. Mai ist das traditionelle Datum, an dem sich das Proletariat Jahr für Jahr auf den Straßen vereint. Doch es ist nicht die Tradition, die uns motiviert, sondern die immer noch aktuellen Kämpfe unserer Klasse. Der westliche Rechtsruck, der Klimawandel und die Beschäftigungskrise stellen uns vor Herausforderungen, die wir nur im Klassenkampf lösen können. All diese Herausforderungen sind logische Konsequenzen eines Systems, das auf Ausbeutung, Rassismus und der Aufrechterhaltung des Patriarchat basiert. Warum gerade die Jugend alle Gründe hat im Kapitalismus keine Zukunft zu sehen, soll Inhalt unseres Beitrags sein.

Jugend im Kapitalismus:
Wir Jugendliche werden gerne als unpolitische, homogene Masse dargestellt. Diese Darstellung ist schlichtweg falsch, viele von uns sind nur noch nicht kapitalistisch indoktriniert. Schließlich ist die Bildung, die wir in der Schule erhalten, nicht für unseren Lebenserfolg erforderlich, sondern zielt auf die Herausbildung kapitalistischer Tugenden ab: Selektierertum / Zerschlagung solidarischer Kollektive /  Konkurrenzkampf
Schon in der 4. Klasse werden wir auf Haupt- Real- und Förderschulen, bzw. aufs Gymnasium zugeteilt. Diese Einteilung orientiert sich meist am Klassenstand unserer Eltern. Währenddessen wir schon früh eingeteilt werden, wird solidarisches und selbstbestimmtes Verhalten bestmöglich von den Autoritäten bekämpft. Beispielsweise liegt die Bestrafung bei Abschreib-Delikten, sowohl beim Abschreiber, als auch bei der Person, die „abschreiben ließ“. Diese Doppelbestrafungen können meistens nur durch Anschwärzen des jeweils anderen vereitelt werden, eine Unschuldsvermutung gibt es in der Schule nicht. So bekommen wir schon früh beigebracht, dass wir unsere eigene Haut nur retten können, indem wir gegeneinander statt miteinander denken. Was entsteht ist der für den Kapitalismus-typische Konkurrenzkampf, wir werden zu EinzelkämpferInnen erzogen.
In der Schulzeit werden also die Grundlagen für die Herausbildung der sozialen Klassen gelegt. So werden wir in potenzielle AkademikerInnen, Auszubildende und „Nichtsnutze“ eingeteilt, wobei es nicht verwundert, dass nur 21% der Studierenden aus ArbeiterInnenfamilien kommen. Jedoch führt sich diese Selektierung in der Universität und im Betrieb fort. Was bleibt sind verwischte Klassenunterschiede durch die Proletarisierung der akademischen Arbeit, während sich eine „Elite der Eliten“ an den Privatunis und später in den Führungsetagen von Konzernen und Parteien herausbildet.
Im Endeffekt landen alle Auszubildenden und die meisten AkademikerInnen in lohnabhängigen Jobs, in denen sie sich fremdbestimmt ausbeuten lassen müssen. Alternativ rutschen sie in die Arbeitslosigkeit ab, wo sie soziale Ächtung und ein Leben am Existenzlimit erwartet.
        
Die Entwicklung vom Proletariat zum Prekariat
Durch die beständigen Lohnkämpfe der ArbeiterInnenklasse, wurden industrielle und technologische Fortschritte entwickelt, um die tatsächlich benötigte Arbeitskraft immer weiter zu reduzieren. Im Kapitalismus gibt es keine „gerechtfertigte Arbeitslosigkeit“, da es die soziale Angst der Erwerbslosigkeit ist, die die Menschen dazu zwingt sich ausbeuten zu lassen. Das System ist dazu gezwungen neue Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen, um die Legitimität des Kapitalismus aufrecht zu erhalten.
Hier kommt es zur Herausbildung des Prekariats, welches v.a. im Dienstleistungssektor tätig ist. Das beste Beispiel ist die Logistik Branche, wo Konzerne anstatt eine bestimmte Anzahl von Personen mit festen Arbeitsbedingungen einzustellen, unbestimmt viele „Selbstunternehmer“ um einzelne Aufträge wetteifern lassen. Der absolute Konkurrenzkampf zwingt die ArbeiterInnen in unbefristete Arbeitsverträge, ohne jede wirtschaftliche Absicherung. Besonders beliebt sind diese Beschäftigungsformen in sogenannten „Plattform-Unternehmen“, wie Uber oder Amazon. Amazon will in Osterwedding ein neues Logistikzentrum eröffnen, in dem diese Beschäftigungen Normalität werden sollen. Obwohl die Politik und die Medien schon mit den geschaffenen Arbeitsplätzen liebäugeln, sagen wir Amazon den Kampf an! Wir sehen keine Zukunft in einer Arbeitswelt, die uns 24/7 beschäftigt.
Wie wir kämpfen wollen:
Ähnlich wie die Gelbwesten in Frankreich, welche größtenteils prekär beschäftigt sind, wollen wir die Beschäftigungsfrage auf eine Systemfrage übertragen. Das System ist es, welches künstlich Leid erzeugt, um seine eigene Herrschaft zu sichern. Menschen verdursten neben Coca-Cola-Abfüllanlagen, weil Investoren Profite mit Lebensmittelspekulationen machen. Währenddessen neue Luxusviertel gebaut werden, erfrieren Menschen auf der Straße. Die Gelbwesten versuchen den Kapitalismus als globales Konstrukt anzugreifen, indem sie Lohngrenzen (15.000$) und ein Ende von Armut fordern. Die Bewegung erhält sich aufgrund ihrer antiautoritären Strukturen, die eine Vereinnahmung durch Parteien oder Gewerkschaften verhindern konnten.
        
Internationalismus statt Volkswahn
Die internationale Krise des Kapitalismus erzeugt überall systemkritische Bewegungen, die sich nicht mehr mit der ungerechten Verteilungspolitik der Eliten zufrieden geben. Diese werden befeuert durch den Klimawandel, der die Nachhaltigkeit des Systems endgültig widerlegt hat. Währenddessen die Kritik am Kapitalismus wächst, erlebt die etablierte Politik einen globalen Vertrauensverlust. Wir sehen dies als logische Entwicklungsstufe des Neoliberalismus an: Die Politik baut rassistische Feindbilder auf, um von den realen/sozialen Problemen abzulenken. Die herrschende Klasse bedient sich dieser, um ihre eigene Machtposition zu schützen, bevor sie infrage gestellt wird(Polizeigesetze, Asylgesetzte, Internetzensur). Um den Faschismus aufzuhalten, müssen wir für eine klassenlose und emanzipierte Gesellschaft kämpfen. Wir müssen unsere Bewegungen mit Blockaden, Besetzungen, Enteignungen und Kooperativen weiterentwickeln, um unsere Systemkritik praktisch werden zu lassen. Wir müssen von anderen Bewegungen lernen und uns solidarisch zeigen. Nur so können wir eine globale Bewegung werden, die stark genug ist, den Kapitalismus zu überwinden.
Für eine Schule der SchülerInnen, eine Uni der Studierenden und einen Betrieb der ArbeiterInnen!
Heraus zum 1. Mai, 14 Uhr Olvenstedter Platz!
Hoch die internationale Solidarität!
No War, but Class War!
Jugend Offensive

Redebeiträge Fridays for Future-Demonstration 12.04.

Redebeitrag 1:
Liebe Studierende, Schülerinnen und Schüler 
Es ist schön zu sehen dass sich heute wieder so viele von uns hier versammelt haben um für unsere Zukunft zu kämpfen. Unsere Bewegung wächst und erhöht somit stetig den Druck auf die PolitikerInnen, DirektorInnen und Wirtschaftsbosse dieser Welt, die uns lächerlich machen, den Mund verbieten und unsere Zukunft weiter für Profite und Macht verkaufen wollen. Doch ist es nicht nur wichtig, dass unsere Bewegung wächst, sondern auch, dass sie es schafft eine unabhängige, emanzipatorische  Bewegung zu werden, die von uns SchülerInnen und Studierenden angeführt wird. Noch hängt die Organisation der Demonstrationen, Kundgebungen und anderweitigen Aktionen an einem sehr kleinen Kreis von Leuten. Auf der einen Seite ist es anstrengend für diese Personen, da sie sehr viel Arbeit auf sich nehmen müssen, aber vor  allem ist es schlecht für uns alle, da so über unsere Köpfe hinweg entschieden wird, wie es mit unserer Bewegung weitergeht.
Für uns gehen die Forderungen, welche von uns übergestellten DeligiertInnen festgelegt wurden, nicht weit genug. So ist von keinem Klimanotstand oder praktischen Finanzierungsmöglichkeiten für die privaten Haushalte die Rede. Anstatt die wahren Verursacher des Klimawandels zur Verantwortung zu ziehen, sollen wir alle tief in unsere Taschen greifen. Es gbt keine Möglichkeit die Umsetzung unserer Forderungen durch die Politik und die Konzerne zu überwachen. Deshalb fordern wir eine unabhängige Kommission der SchülerInnen und Studierenden, die den PolitikerInnen auf die Finger schaut. Wir brauchen weitreichende, strukturelle Veränderungen, damit wir den Klimawandel aufhalten können. Um das Auto als gängiges Transportmittel abzulösen, brauchen wir kostenlosen Nahverkehr. Um uns ökologischer zu ernähren, müssen Bioprodukte bezahlbar werden. Es kann nicht sein, dass alleine wir VerbraucherInnen die Kosten für den Umweltschutz tragen müssen.
Deshalb sollten wir es uns alle zum Ziel machen unsere Zukunft als Schüler und Schülerinnen selbst in die Hand zu nehmen. Wir dürfen uns unsere Selbstbestimmung nicht von Parteien entreißen lassen, die uns durch ihre Untätigkeit in diese katastrophale Situation gebracht haben und die uns nur als zukünftige Wählerstimmen sehen. Selbst die Grüne Partei, die unter anderem  die Rodung des Hambacher Forstes mittrug oder auf Bundesebene für den umstrittenen Bundeswehreinsatz in Mali stimmte, kann nicht unsere Interessen vertreten. Auch hier in Magdeburg haben sie die illegale Rodung von MWG und WOBAU nicht verhindert. Wir sehen, das es der Grünen Partei nicht um wirklichen Klimaschutz, sondern um ihren Wahlerfolg geht.
Wir dürfen uns nicht von den etablierten Parteien vereinnahmen lassen! Dafür ist es essentiell die Organisation unserer Bewegung an alle Schulen und an die Uni zu verlagern. Wir müssen an unseren Schulen SchülerInnenräte, Arbeitsgemeinschaften und Chatgruppen bilden, an denen sich alle SchülerInnen beteiligen können,  um all unsere Interessen und Forderungen mit in die Bewegung einzubringen. Eine pluralistische Planung, die weitgefächert alle Meinungen und Standpunkte mit einbezieht ist notwendig, um einen Kampf zu führen, der in der Lage ist eine umweltbewusste Zukunft zu schaffen.
   Wir müssen Foren schaffen, auf denen wir zusammentreffen, disskutieren und uns gegenseitig unterstützen können. Es reicht nicht aus sich auf Lösungsvorschläge der Politik zu verlassen, wir müssen unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen.
Am 10. Mai werden wir eine Veranstaltung in der Waldorfschule ausrichten, bei der wir unsere Bewegung auf alle Schulen auszuweiten und eine inhaltliche Grundlage in Disskusionen und Vorträgen erarbeiten wollen. Jede und jeder ist gefragt! Bildet euch, Bildet andere, Bildet Banden!
Klimanotstand Jetzt!
Jugend in die Offensive!
Redebeitrag 2:
“Wir sind Antikapitalist*innen aus ganz Deutschland und haben uns zusammengeschlossen, um einen Beitrag zu diesen Debatten zu leisten. Wir sind in verschiedenen Ortsgruppen innerhalb von FFF aktiv. Kurze Gespräche, Flyer, Vorträge und Diskussionen reichen uns aber nicht aus. Um mehr Gehör für antikapitalistische Positionen zu finden, haben wir eine Website und ein Grundsatzpapier erarbeitet, das wir den Ortgruppen als Diskussionsbeitrag vorlegen.” – ChangeForFuture
http://changeforfuture.cf/
In den letzten Monaten hat sich eine deutschlandweite, FridaysForFuture-interne Plattform gegründet, die explizit antikapitalistisch ist. Warum wir Antikapitalistinnen und Antikapitalisten sind, haben wir immer wieder in unseren Redebeiträgen beschrieben. Der Klimawandel stellt uns vor eine noch nie dagewesene Herausforderung, die wir nur lösen können, wenn wir unsere Wirtschaftsweise radikal ändern. Genau diese Haltung wird deutlich, wenn ihr euch den Beitrag durchlest: wir können uns nicht auf die Politik verlassen! Immer wieder gab und gibt es Menschen, die ihr Leben und somit auch ihre Wirtschaft selbst organisieren.
Denn es geht auch anders, wir müssen nur über unseren eigenen Tellerrand schauen. Als Beispiel für eine ökologische und internationalistische bewegung würden wir hier gerne das projekt make rojava green again anführen. Sie haben es sich als Ziel gesetzt, die natur im Norden Syriens wieder aufzubauen, die durch einen Krieg zerstört wurde, an dem Deutsche Firmen wie Rheinmetall reichlich profitiert haben. Die Menschen haben sich vom Staat und dessen PolitikerInnen losgelöst, um eine Wirtschaft aufzubauen, die nicht auf Profit sondern auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.
Sie entwickelten ein vielfältiges und komplexes Ökosystem,welches den Menschen alles, was sie zum Leben brauchen, bereitstellt.
Viele verschiedene, selbstorganisierte Projekte tragen dazu bei, wie zb. durch das Pflanzen von Bäumen auf den zerstörten Böden, welche einerseits Nahrung für die BewohnerInnen bereitstellen aber anderseits auch schutz für Tiere bieten und den Wasserzyklus regenerieren. Bis ende 2018 wurden schon 50.000 Bäume gepflanzt.
Für die Bewässerung der Bäume wird gefiltertes Abflusswasser verwendet, welches ansonsten in Flüsse und Seen gepumpt werden würde. Außerdem wird sich auch sehr stark für das Nutzen von Wind- und Solarenergie eingesetzt,um die klimatischen Bedingungen Nordsyriens nicht weiter zu belasten.
Genau dieses ökologische Projekt will der türkische Staatspräsident Erdogan mit islamistischen Milizen besetzen, ähnlich wie ein Jahr zuvor das Gebiet Afrin. Jetzt, wo der islamische Staat territorial von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG und YPJ besiegt wurde, zieht die USA ihre Truppen ab. Damit macht Trump den Weg frei für den nächsten Angriffskrieg der Türkei auf die letzte demokratische Region im Mittleren Osten.
Trotz dessen sie sich durch die Kriege in einem wirtschaftlichen Notstand befinden, schaffen sie es eine nachhaltige Wirtschaft aufzubauen. Ohne Kohlekraftwerke oder Autobahnen, die durchs ganze Land gehen. Es ist eine Frage des Systems, nicht der finanziellen Möglichkeiten, wie die Wirtschaft aufgebaut ist. Es ist der Kapitalismus, der die Erde und die Menschen zu Grunde richtet.
Um den Kapitalismus in Frage zu stellen, brauchen wir eine selbstorganisierte Bewegung, unter Einbindung von allen, unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten. Es braucht mehr als Demonstationen, wir müssen eben solche Projekte schaffen, um unsere ausgebeutete natur zu retten. Auch in Deutschland gibt es kooperative Kommunen, wo die Menschen gemeinsam ihr Leben organisieren.
Es geht auch anders, aber nicht mit einer Politik, die sich lieber von den Interessen von Menschen leiten lässt, die so viel haben, dass sie es in ihrem Leben nicht ausgeben können. Es ist nicht die Umwelt, die die PolitikerInnen und UnternehmerInnen schützen wollen, sondern ihre Macht und ihr Geld! Die deutschlandweiten Streiks gehen in die 18. Woche, die Politik wird nichts ändern. Es wird Zeit die Politik zu ändern!
Jugend in die Offensive!
Hoch die internationale Solidarität!
Hier noch ein Videoausschnitt aus der Demo:
One Solution – Revolution!

Redebeitrag Vorabend-Demonstration 05.04.

Wir mobilisierten mit dem Roten Aufbau Burg und Zusammenkämpfen Magdeburg zur Bündnisdemo:
“Staat und Nazis Hand in Hand – Organisiert den Widerstand!”
Unser Motto hat sich als zutreffend herausgestellt, unsere Demonstration wurde mit einem offensiven Polizeiaufgebot konfrontiert. Die Nazis hatten am Folgetag vergleichsweise viele Freiräume auf der Straße und um die Demo herum. Unsere Kundgebung wurde bestmöglich abgeschirmt und vom Start der Demonstration an in “Spaliermanier” begleitet. Wir wurden mehrfach von der Polizei angehalten, unter anderem mit der Forderung die Transparente auf Schulter-Hürfthöhe zu tragen. Dabei kam es immer wieder zu Übergriffen durch die behelmten StaatsbeamtInnen. Trotz der Interventionen behielt die Demonstration ihren kämpferischen Charakter bei.
Mit über 200 AntifaschistInnen zogen wir durch den Nazikiez Sudenburg.
Keine Homezone für Nazis!
Redebeitrag:
Liebe Genossinnen, liebe Genossen. Schön, dass wir uns alle heute hier versammelt haben, um gegen die Faschisten in unserer Stadt und international zu kämpfen. Aus diesem Grund stellen wir uns klar und deutlich gegen die rassistische Bürgerinitiative Magdeburg, die morgen (6.4.) einen weiteren Aufmarsch in Magdeburg abhalten wollen. Für uns Jugendliche stellt Antirassismus und grenzenloses Denken Grundlage unseres individuellen Selbstverständnis dar. Wir verstehen uns als internationale Klasse, egal ob wir lohnabhängig angestellt sind oder uns in Ausbildungsverhältnissen befinden. Wir alle werden vom Kapitalismus ausgebeutet!
Rassismus spaltet
Die etablierte Politik versucht im Einvernehmen mit rechten Parteien und Organisationen die Spaltung innerhalb unserer Klasse voranzutreiben. Schon in der Schule vollzieht sich eine Cliquen-Bildung, die durch die Abgrenzung weißer MitschülerInnen und LehrerInnen verstärkt wird. Im Betrieb oder in der Uni setzt sich genau diese Spaltung fort, gefördert von Medien und Politik. So ist es nicht verwunderlich, dass sich nationalistische und fremdenfeindliche Ideologien in der BRD festsetzen.
Gesellschaftlicher Rechtsruck
Der Kapitalismus produziert Gewinner und Verlierer, entsprechend der Verhältnisse in die wir hineingeboren werden. Die Frustration, die dieses System produziert, wird durch die herrschende Klasse auf die Schwächsten kanalisiert. Seit 2015, mit Anbeginn der sogenannten „Flüchtlingskrise“ gibt es für die politischen Eliten kaum mehr andere Themen als Asyltourismus und Asylrechtsverschärfungen. Das kommt ihnen Recht, denn so können sie von den tatsächlichen Verursachern des sozialen Elends ablenken.
Kultureller Rassismus
Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass sich die westliche Zivilisation als Maßstab für sämtlicher Kulturen betrachtet. Die scheinbar emanzipatorischen Werte der kapitalistischen Welt werden gegen fundamentalistische Haltungen ausgespielt. Das Ziel sollte klar sein: Unsere Demokratie ist fortschrittlich, alles andere ist zurückgeblieben. Es ist nicht so, dass ausschließlich rechte Organisationen diese Haltung verinnerlichen, sondern es ist gesellschaftlicher Konsens. Die besitzende Klasse nutzt diese Atmosphäre der Abgrenzung, um unbehelligt Profite in Entwicklungs- und Schwellenländer zu generieren.
Westlicher Imperialismus
Die wirtschaftliche Globalisierung kann als abgeschlossen gewertet werden, denn überall haben sich Unternehmen und Konzerne angesiedelt und beuten die Menschen und die Umwelt auf perverse Art und Weise aus. Doch der Profit, der in den Betrieben und Monokulturen erwirtschaftet wird, bleibt nicht vor Ort, sondern fließt in den Rachen von rücksichtslosen Investoren. Was in den 3.Welt-Ländern bleibt ist ökonomischer Rückstand und eine Wirtschaft, die durch Spekulationen und Monokulturen die Lebensgrundlage der Menschen zerstört. Der moderne Rassismus nährt sich aus eben dieser ökonomischen Unverhältnissmäßigkeit. 
Krise des Kapitalismus- Internationalismus als Antwort
Trotz der gegeben Überproduktion von Nahrung, müssen immer noch Milliarden Menschen an Hunger leiden. Obwohl überall die Produktionsraten steigen, bleibt der erwirtschaftete Gewinn ausschließlich bei den Superreichen, die Schere zwischen Arm und Reich wächst und wächst. Die Antwort der Herrschenden ist zunehmender Autoritarismus, währenddessen rechte Meinungen legitimiert werden. Für uns ist klar, dass die natürliche Entwicklung des Kapitalismus der Faschismus ist. Allmählich wächst bei den Menschen der Unmut gegenüber eines Systems, welches sich selbst zerstören wird. Der Klimawandel, welcher durch die kapitalistische Wirtschaftsweise befeuert wird, setzt uns ein Ultimatum.
Nur mit antifaschistischen und internationalistischen Denken, können wir eine Perspektive entwickeln, die es zukünftigen Generationen ermöglicht eine Zukunft auf dieser Welt zu haben. Wir dürfen uns nicht auf die faschistische Hetze einlassen, sondern müssen uns solidarisch mit allen aufständischen Bewegungen zeigen und für eine klassenlose Gesellschaft kämpfen!
Klassenkampf statt Vaterland!
Hoch die internationale Solidarität
Jugend in die Offensive!

Statement+Redebeitrag-Fridays For Future 29.03.

Am 29.03. sind wir erneut mit mindestens 300 MitschülerInnen, Kommilitonen und Arbeitskollegen auf die Straße gegangen, um für eine von uns bestimmte Zukunft zu kämpfen! Dabei wurden neben den allgegenwärtigen Klimaproblemen, Klimakatastrophen als Fluchtursache benannt und der Kapitalismus als Ursache des Problems thematisiert. Wir haben unsere Forderungen nach einem Klimanotstand, kostenlosen ÖPNV und einen sofortigen Stopp der illegalen Rodungen im Stadtpark deutlich gemacht. Die Demonstration war laut und kämpferisch, Parolen wie: Brecht die Macht der Banken und Konzerne! oder A-Anti Anticapitalista setzten sich verstärkt durch. Der Jugend wird bewusst, dass wir das System verändern müssen, um unsere Zukunft auf diesem Planeten zu retten. Abgeschlossen wurde die Demo mit einem emotionalen Redebeitrag einer Person aus der LGBTQ-Community. Dazu wollen wir festhalten: Ihr seid Teil unserer Bewegung, wir vertrauen euch!
Wir sind noch lange nicht satt, am 12.04. werden wir wieder streiken! Achtet auf Ankündigungen
Redebeitrag:
Uns rennt die Zeit davon! Doch selbst ein hochentwickelter Staat wie Deutschland schafft es nicht die Klimaziele ansatzweise einzuhalten. Der Treibhauseffekt wird nicht reduziert, der Kohleausstieg wurde verschoben, Grenzwerte für Luftschadstoffe überschritten, die Abfallproduktion und der Energieverbrauch steigen. Doch warum schafft es die Politik nicht, Antworten auf den Klimawandel zu finden?
Tatsächlich werden 70% der Energie von Unternehmen verbraucht. Doch anstatt einen systematischen Wandel in der Wirtschaft voranzubringen, wie es sogar der GEO-Umweltbericht der UN fordert, sollen die Verbraucher zur Kasse gebeten werden.
Der Staat droht mit Fahrverboten, Ökosteuern für Haushalte und Strompreiserhöhungen.
Währenddessen wird den Unternehmen freie Hand bei ihrer profitgeleiteten, rücksichtslosen Produktion gewährt. Im Kapitalismus kann die Wirtschaft nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein, sie ist gewinnorientiert. Lobbyisten beeinflussen (in ominösen Hinterzimmern) die politischen Entscheidungen zu ihren Gunsten. So kann VW, trotz Skandalen und Fahrverboten, weiterhin Dieselmotoren produzieren, die Zulassung des Umwelt- und gesundheitsschädliche Glyphosat wurde genauso wie der Kohleausstieg verschoben.
Eine wachsende und konkurrenzfähige Wirtschaft steht im Gegensatz zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise.
Im Hambacher Forst geht die Polizei erneut gegen die BesetzerInnen vor, die den verbliebenden Teil eines der ältesten Wälder Deutschlands verteidigen wollen. Währenddessen zerstört RWE ganze Landstriche und Ortschaften, um ihren Braunkohletagebau zu erweitern. Für die PolitikerInnen Nordrhein-Westfalens ist nicht der Umweltzerstörer RWE das Problem, sondern der Protest für eine klimagerechte Zukunft.
Wie Greta Thunberg sagte: Wenn es unmöglich ist Lösungen im bestehenden System zu finden, sollten wir das System an sich ändern. Es kann nicht sein, dass Konzerne Profite auf Kosten unserer Zukunft machen! Es braucht einen Generationenwechsel!
Wie wir bei den Artikel 13-Demos oder bei den Protesten gegen TTIP oder gegen die neuen Polizeigesetze bemerkt haben, bringt es nichts sich auf die PolitikerInnen zu verlassen, denn für sie sind privatinteressen wichtiger als das Gemeinwohl. 
Genauso wie unsere Arbeitskraft zur Ware von KapitalistInnen wird, werden unsere Sorge zur Ware für den Wahlkampf.  Es braucht Tabubrüche, wie den Schul- und Ausbildungsstreik, um den benötigten Druck aufzubauen, damit sich unsere Konsum-und Produktionsweise radikal ändert. 
Der Kapitalismus ist unvereinbar mit einer nachhaltigen Wirtschaft, also auch unvereinbar mit wirklichem Klimaschutz. Viele von uns sind AntikapitalistInnen, da wir im bestehenden Wirtschaftssystem keine Zukunft sehen. Die Unternehmen müssen unter die Kontrolle von der Gesellschaft gestellt werden, anstatt in die Hände von profitgeleiteten Managern.
System Change-not Climate Change!
Solidarität mit dem Hambacher Forst!
Nie wieder CDU; Nie wieder SPD
Jugend in die Offensive!

Aufruf-Vorabenddemo-05.04.

Die angebliche Bürgerinitiative Magdeburg inszenierte Ende letzten Jahres einen Aufmarsch mit 700 Nazis aus dem gesamten Umland. Am 6.4. erwartet uns ein ähnlicher, wenn nicht sogar größerer Auflauf aus organisierten und unorganisierten Nazis unter dem Thema: „Brennpunkt Hasselbachplatz“. Für die RassistInnen der Bürgerinitiative, die nach dem Scheitern von MAGIDA erneut versuchen in die bürgerliche Mitte vorzudringen, sind die MigrantInnen und Jugendlichen, die am Hassel hängen, ein Brennpunkt. Doch tatsächlich werden unsere migrantischen MitschülerInnen hier täglich von Nazis bepöbelt, beleidigt und angegriffen. Die Antwort der Stadt ist die komplette Überwachung des Hassels mit Überwachungskameras und Polizei. Hierbei verliert die Öffentlichkeit das eigentliche Problem aus den Augen. Konservative und teilweise rassistische Parteien, wie die AfD, aber auch SPD und CDU, versuchen den Hasselbachplatz als Raum der multikulturellen Begegnung kaputt zu machen. Der Hassel wurde zum Gefahrengebiet erklärt, begrenzte Öffnungszeiten, Alkoholverbote und die ständige Angst von den Cops kontrolliert zu werden, haben viele Jugendliche vertrieben.
Der Stadtpark entwickelt sich immer mehr zum neuen Treffpunkt der Jugend in Magdeburg. Doch der Oberbürgermeister Trümper (SPD) hat wohl andere Pläne. Er will lieber einen großen Teil des Stadtparks abholzen lassen, um dort ein Bonzenviertel (12€/qm) entstehen zu lassen. Auch hier sollen wir zugunsten von besseren Mietverhältnissen für die Reichen und Privligierten verdrängt werden.
Aus Angst um Wählerstimmen gehen die Altparteien Koalitionen mit Faschisten ein und übernehmen dabei ihre Feindbilder. So ist es nicht verblüffend, dass die CDU zusammen mit der AfD die Enquete-Kommission zur Überwachung von linken Gruppen eingeführt hat. Oder dass im Landtag ein Antrag zur Wiederaufnahme des Verfahren Oury Jalloh von SPD, CDU und Grünen blockiert wurde. Währenddessen kann die AfD unbehelligt Druck auf eben diese Feindbilder aufbauen. Die Bürgerinitiative diffamiert und hetzt jeden Freitag gegen die Fridays for Future-Demonstrationen und outen ihre TeilnehmerInnen als verrückte Spinner. Darüber hinaus versuchte die AfD Magdeburg das Erstarken der Bewegung zu verhindern, indem sie bei unserer ersten Demo eine Eskalation provozierten und diese medial verbreiteten. Damit schaffen es die Rechten von den tatsächlichen Problemen unserer Gesellschaft ablenken und ihre Themen in den Vordergrund der Politik zu stellen.
Wir, als Jugendliche Magdeburgs, können dieser Entwicklung nur entgegentreten, wenn wir unsere Themen auf die politische Tagesordnung bringen. Und genau das machen wir: Mit FridaysForFuture und den Demo´s zu Artikel 13 vereinten wir uns mit tausenden anderer Jugendlichen auf der Straße, um für eine von uns bestimmte Zukunft zu kämpfen. Für uns ist klar, dass diese Zukunft nur ohne Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Unterdrückung bestehen kann. Genau diese Werte finden sich in unserem Miteinander wieder, auf Demos, im Stadtpark oder am Hassel. Die lokale Politik versucht uns aus diesen Comfortzonen zu verdrängen, um uns voneinander zu isolieren und so unsere Kämpfe zu zerschlagen.
Denn unsere Interessen sind weder mit dem Rechtsruck, noch mit dem Neoliberalismus vereinbar. Stattdessen sagen wir dieser Politik den Kampf an! Wir werden nicht ruhen, bis wir gehört werden und unsere Freiräume verteidigt und erweitert haben.
Kommt am 5.4. um 19 Uhr zur antifaschistischen Vorabenddemo am Hasselbachplatz und beteiligt euch an den Blockaden am 6.4.
Jugend braucht Freiraum!
Nie wieder SPD! Nie wieder CDU!
Keinen Fußbreit den Faschisten!
Jugend Offensive

Bildungsstreik-29.03.-

Wir glauben, dass eine wirkliche Abwendung des Klimawandels mehr braucht, als Reformen und Ziele, die von der Regierung verabschiedet werden. Es braucht eine Neuordnung der wirtschaftlichen Ausrichtung, unseres Konsumverhaltens und des Schulsystems.
    Das Schulsystem, dessen offizielle Spitze der oder die DirektorIn ist, bietet nur bedingt Mitbestimmungsrecht, welches nur über die Schülervertretungen angewandt werden kann. Somit ist das Schulsystem theoretisch eine Demokratie. Jedoch ist diese Demokratie nur repräsentativ, dass heißt das nur ausgewählte Schülerstimmen gehört werden, weshalb die meisten überhört werden. Das ist tragisch, denn SchülervertreterInnen müssen nicht mit der Klasse Rücksprache halten, sondern sind den anderen Schülern übergestellt. „Der am lautesten schreit hat Recht“, bzw. „Sei beliebt, sonst sei ruhig.“ Dementsprechend werden Entscheidungen, die wichtig für die SchülerInnen sind, ohne die Meinung der meisten SchülerInnen getroffen. Unsere einzige Option ist es, VertreterInnen zu wählen, welche oberflächlich unsere Interessen vertreten sollen. Kommt euch das vielleicht bekannt vor? Doch selbst „unsere“ VertreterInnen werden durch höhere Autoritäten, also LehrerInnen und Sekretariat, eingeschränkt. Das ganze wird mit dem sogenannten „Bildungsauftrag“ gerechtfertigt. Das ist Schwachsinn, denn das Schulwissen wird in unserem späteren Berufsalltag, ob nach der Ausbildung oder Studium, kaum gebraucht. Doch wenn nicht die Wissensvermittlung im Vordergrund der Schule steht, was dann?
Die Schule teilt die SchülerInnenschaft in der 4. Klasse auf Gymnasien, Real-, Haupt- und Förderschulen auf. Nur diejenigen, die es aufs Gymnasium geschafft haben, bekommen die Chance sich akademisch weiter zu bilden. Dadurch wird schon früh eine Klassengesellschaft aufgebaut, die unser späteres Leben elementar prägen wird.In der weiterführenden Schule geht es formell immer um Leistung, vor allem im Vergleich zu den anderen SchülerInnen. Es ist also eine Leistungsgesellschaft, welches ein Konkurrenzdenken erschafft.
Mit dem Ziel besser dazustehen, wird Hilfe bei Tests oder Hausarbeiten verwehrt. Durch Einschleimen oder Petzen können bei dem/r LehrerIn Bonuspunkte gesichert werden, die sich positiv auf die Mitarbeitsnote auswirken können. Dies wirkt sich auch auf das Klassenklima aus, kleinere Kollektive und isolierte Einzelpersonen ersetzen die Klassengemeinschaft, eine Ellenbogengesellschaft entsteht.
Im Gegensatz dazu steht das solidarische Miteinander innerhalb der Klasse, welches zugunsten der Isolation jedes Einzelnen aufgebrochen werden soll. Die Solidarität beginnt mit gegenseitiger Lernhilfe, über das Abschreiben von Hausaufgaben, Tests oder Klassenarbeiten, bis zum Vorbeibringen von Unterrichtsmaterial bei fehlenden FreundInnen. Innerhalb der Klasse wächst über die Jahre ein „Klassenbewusstsein“, welches sich Parallel zum FreundInnenkreis entwickelt. Dies bietet Grundlage für eine kollektive Solidarität, die sich auch gegen eine oder einen autoritären Lehrer richten kann. Das kann jedoch schwere Folgen haben, denn das Wahrheitsmonopol liegt immer auf der Seite des/r Lehrer(s)In. Diese Folgen können in verschiedenster Weise erfolgen und das auch schon bei deutlich kleinerer Vergehen. SchülerInnen werden schikaniert, schlechter benotet oder vom Unterricht ausgeschlossen. Gleichzeitig wird Druck auf die Eltern ausgeübt, was eine neue Ebene der Repression darstellt. Dies kann selbst nicht-rebellierenden SchülerInnen passieren, die der Lehrer schlichtweg nicht mag. Der oder die LehrerIn besitzt uneingeschränkte Macht, da er, bzw. sie AufseherIn, KoordinatorIn, BeurteilerIn und AnsprechpartnerIn der Klasse ist, ohne dass es eine Kontrollinstanz seitens der SchülerInnen gibt. Dies wirkt sich ebenso fatal auf die Vermittlung des Lernstoffs, wie auf die Notengebung aus. Während Hinterfragen, bzw. Eigene Interpretationen als unnötig oder schlicht als falsch dargestellt werden, wird das Lerntempo kaum bis garnicht an die individuellen Fähigkeiten der SchülerInnen angepasst. Im Lernstoff wird eigenständigem Denken und kreativer Entfaltung kaum Raum gegeben, während Anpassung verlangt wird, um sich effektiv auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Die Schule bereitet uns also tatsächlich auf das kapitalistische Berufsleben vor, bestimmt durch Konkurrenz, Gleichschaltung und Spaltung. Soziale, kollektive Gedanken und Praktiken werden unterdrückt und diejenigen, die probieren
 Solidarität aufzubauen, benachteiligt. Doch genau diese Solidarität ist es, die uns stark macht. Um die Schule effektiv zu bestreiken, müssen wir uns gegenseitig ermutigen und schützen. Nur wenn die Schule zu einem Ort der Selbstentfaltung wird, können wir uns dort auf die Zukunft vorbereiten und unsere eigene Stellung in der Gesellschaft begreifen. In der Schule muss die Kreativität entwickelt werden, die wir brauchen, um unsere aktuellen und zukünftigen Probleme, wie etwa den Klimawandel zu bewältigen.Wir schlagen eine radikale Neuausrichtung und eine Demokratisierung des Schulsystems vor.
Wir fordern SchülerInnenräte, welche ausschließlich von den SchülerInnen getragen werden und eigenständige Entscheidungen treffen können. Wir fordern eine Ausrichtung des Lernstoffs auf kreative Entfaltung, Kommunikation, Umweltverbundenheit und Nachhaltigkeit. 
Wir fordern eine Anpassung des Lehrverhaltens auf individuelle Fähigkeiten und Kompetenzen. Schlichtweg fordern wir, dass das Schulsystem von den SchülerInnen selbst gestaltet wird, anstatt von politischen Eliten, deren Interesse die Aufrechterhaltung des Kapitalismus ist, welcher im Widerspruch zu einem nachhaltigen Klimaschutz steht.
Um alle diese Forderungen zu verkörpern und auszuweiten, rufen wir zum Bildungsstreik am 29. März um 13 Uhr auf dem Domplatz auf!
Ein Wandel wird nicht gefordert, sondern erkämpft!
Für eine Schule der SchülerInnen, eine Uni der Studierenden und einen Arbeitsplatz der ArbeiterInnen!
Jugend Offensive